Forschung

Methoden und Materialien für die Evaluation des Unterrichts mit Lernenden ohne Schriftkenntnisse oder mit sehr geringen Deutschkenntnissen (Literaturrecherche des Frauenservice Graz)

Für die Qualität der Arbeit in der Basisbildung ist es unerlässlich, dass Basisbildner_innen selbst geeignete Wege kennen, ihre Arbeit immer wieder zu evaluieren und sich nach den Ergebnissen dieser Evaluation auszurichten und weiter zu entwickeln.

Daher wurde 2016 eine umfassende Literaturrecherche zum Thema „Methoden und Materialien für die Evaluation des Unterrichts mit Lernenden ohne Schriftkenntnisse oder mit sehr geringen Deutschkenntnissen“ durchgeführt. Auf Basis dieser Recherche sowie der Dokumentation bereits vorhandener Methoden und Materialien konnte eine Methodensammlung mit insgesamt 34 Methoden und Materialien zusammengestellt werden. Zudem wurde ein Kriterienkatalog für entsprechende Evaluationsmethoden und –materialien erstellt.

Die Recherchestrategien und Erfahrungen, sowie der Kriterienkatalog und die Methodensammlung befinden sich im folgenden Bericht.

Recherche-Bericht Evaluationsmethoden

Kontakt: natalie.ziermann(at)frauenservice.at


Interviews zur IKT-Nutzung durch Lernende in der Basisbildung (Auswertung: Frauenservice Graz)

2016 wurde in sechs Einrichtungen des Netzwerks eine Befragung von Teilnehmer_innen aus Basisbildungskursen zu ihrem IKT Nutzungsverhalten durchgeführt. Ziel der Befragung war eine Bestandsaufnahme, die konkret und aktuell abbildet, wie Lernende in der Basisbildung IKT zur Lernunterstützung nutzen. In Leitfadeninterviews wurde erfragt, welche IKT Anwendungen wofür genutzt werden.

Es zeigte sich, dass das Smartphone die am häufigsten genutzte Informations- und Kommunikationstechnologie der befragten Lernenden ist. Praktisch alle Teilnehmer_innen der Studie verfügen über ein Gerät, das sie zu bedienen verstehen – aber nur ein sehr geringer Teil der Befragten gab an, das Gerät auch im Unterricht zur Lernunterstützung zu nutzen. Die Befragung ergab auch eine hohe Bereitschaft der Teilnehmer_innen, spezielle Lernanwendungen am Smartphone zu nutzen – allerdings nur, wenn der Einsatz dieser Anwendungen betreut wird.

Die Ergebnisse der Erhebung bilden die Grundlage für die weitere Entwicklung bedarfsgerechter und zielgruppenorientierter Lehr- und Lernanwendungen für die Basisbildung. Eine Detailauswertung der Ergebnisse befindet sich im folgenden Bericht.

Bericht IKT-Auswertung

Kontakt: natalie.ziermann(at)frauenservice.at


Hintergrundinformationen zur Basisbildung mit MigrantInnen (Verein Projekt Integrationshaus in Kooperation mit AlfaZentrum für MigrantInnen der Wiener Volkshochschulen)

Die Kurslandschaft für MigrantInnen ist mitunter stärker von der Einteilung der Zielgruppe nach Aufenthaltsstatus, Arbeitsmarktzugang und andere Formalkriterien bestimmt, als von der differenzierten Bezugnahme auf die Bedürfnisse der Lernenden.

Vor allem fehlten folgende Informationen, um eine wirklich zielgruppenbezogene Arbeit mit MigrantInnen mit Basisbildungsbedarf zu ermöglichen:

  • Warum haben diese Personen Basisbildungsbedarf?
  • In welchen Bereichen haben sie Basisbildungsbedarf?
  • Welche Bedürfnisse haben sie in Bezug auf Kurse, Inhalte und Lernziele?
  • Welche Motive haben sie für einen Kursbesuch?
  • Wodurch werden sie zum Lernen motiviert?

Daher wurden in diesem Forschungsmodul Informationen zu Menschen mit Migrationshintergrund und Basisbildungsbedarf systematisch gesammelt und aufbereitet. Die qualitative Recherche wurde österreichweit durchgeführt. Die Ergebnisse sollen AnbieterInnen, FördergeberInnen und Unterrichtenden konkretes Hintergrundwissen für ihre Arbeit zur Verfügung stellen und die Zielgruppenorientierung in der Basisbildung mit MigrantInnen fördern.

Broschüre mit den Projektergebnissen
Website mit den Detailergebnissen
Kontakt: m.wurzenrainer(at)integrationshaus.at


AlphabetisierungstrainerInnen mit MigrantInnen: Monitoring zur Arbeitssituation und Arbeitszufriedenheit (Frauenservice Graz)

Ziel dieses Forschungsmoduls war es, die berufliche Situation der Alphabetisierungs- und BasisbildungstrainerInnen für MigrantInnen genauer zu erheben. Dafür wurde mit rund 60 KursleiterInnen eine Online-Fragebogenerhebung in zwei Wellen durchgeführt.

Die erste Erhebungswelle (2012) fokussierte auf Arbeits­bedingungen, auf diverse Aspekte der Arbeitszufriedenheit, auf Werte und Erwartungen, Belastungen, das Qualitätsverständnis und die Weiterbildungsbedürfnisse der KursleiterInnen. Die zweite Erhebungswelle (2013) zielte auf konkrete Ressourcen und überprüfte das Interesse an Unterstützungsangeboten. Ausgewählte Variablen wurden im Verlauf überprüft, Arbeitsbeziehungen wurden genauer erfragt. Fragen zu Weiterbildungs­inhalten wurden durch eine Einschätzung geeigneter Weiterbildungsmedien ergänzt. Gesammelt wurden auch persönliche Strategien, welche den KursleiterInnen ein Erhalten ihrer Motiva­tion und einen längerfristigen Verbleib im Arbeitsfeld ermöglichen.

Dabei bestätigt der empirische Blick auf die Arbeitssituation von KursleiterInnen Folgendes: einer hohen Zufriedenheit mit Beziehungsvariablen in diesem Arbeitsfeld steht die tendenzielle Unzufriedenheit mit Perspektiven, Absicherung und monetärer Anerkennung gegenüber. Wir haben es mit einem traditionell weiblichen Tätigkeitsfeld zu tun, in dem mit hohem Einsatz und Idealismus gearbeitet wird und gleichzeitig prekäre Situationen in Kauf genommen werden.

In Hinblick auf die Professionalisierung des Arbeitsfeldes wird deutlich: die individuelle Professionalitätsentwicklung (in Aus- und Weiterbildung und durch reflexive Auseinandersetzung) muss durch ausreichende Professionstrukturen ergänzt und unterstützt werden - ein organisiertes kollegiales Umfeld ist unverzichtbar.

Weiterlesen im Zwischenbericht (Stand Oktober 2012) und im Endbericht (Stand April 2014)
Ergänzungstext (2016): Reader "Basisbildung als Beruf"

Kontakt: birgit.aschemann(at)frauenservice.at


Basisbildung und pädagogische Reflexivität in der Migrationsgesellschaft (maiz – autonomes Zentrum von und für Migrantinnen)

Die Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft ist durch Widersprüche charakterisiert, wie sie etwa zwischen den Prinzipien Gleichheit und Differenz oder den Wünschen nach Veränderung versus Integration entstehen. Diese Widersprüche verlangen nach einer erhöhten pädagogischen Reflexivität, die eine professionelle Arbeit in diesem Feld erst möglich macht. Dafür liegen eine Reihe wissenschaftlich begründeter Konzepte vor, welche die praktische Bildungsarbeit besser erreichen und ihren Nutzen effektiver entfalten können, wenn sie in eine praxisbezogene Sprache „übersetzt“ werden.

Im Rahmen dieses Forschungsmoduls wurden daher einschlägige Theorien und Modelle recherchiert, durch eigene Erhebungen ergänzt und für die pädagogische Praxis aufbereitet. Es wurde ein Ansatz zur Förderung der pädagogischen Reflexivität erarbeitet, der im Rahmen von mehreren Reflexivitätswerkstätten erprobt wurde. Dafür wurden auch eigene Materialien entwickelt, die zum Download bereitstehen.

Kontakt: rubia(at)maiz.at