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AnbieterInnen und TrainerInnen


Die AnbieterInnen


Im Rahmen von MIKA wurde vom Verein Danaida eine Erhebung der AnbieterInnen von Alphabetisierungskursen mit MigrantInnen in Österreich durchgeführt. Die Erhebung beruht auf einer Internetrecherche mit anschließender schriftlicher Befragung. Die Ergebnisse wurden im April 2010 aktualisiert und können hier heruntergeladen werden: Liste der AnbieterInnen


Die TrainerInnen

AbsolventInnen der Ausbildung „Alphabetisierung und Deutsch als Zweitsprache mit MigrantInnen“ werden auf der Website des AlfaZentrums für MigrantInnen gelistet und können über die dort angeführten Daten kontaktiert werden.
http://www.vhs.at/5233.html


Die Arbeitssituation in diesem Berufssegment

Zur Situation von AlphabetisierungstrainerInnen für MigrantInnen liegen noch relativ wenige Arbeiten vor.

Bekannt ist aber der internationale Trend bei Alphabetisierungs- und Basisbildungs-TrainerInnen mit allen Zielgruppen: bei einer geringen Zufriedenheit mit den Rahmenbedingungen herrscht eine hohe Zufriedenheit mit der Tätigkeit selbst vor.

In England zeigt eine Studie des National Research and Development Centre für Adult Literacy and Numeracy (Cara et al. 2008), dass die Unterrichtenden zu 41% auf Honorarbasis beschäftigt sind. Intrinsische und altruistische Motive dominieren diese Berufswahl, und eine hohe Arbeits­zufriedenheit resultiert aus der Wertschätzung durch die KursteilnehmerInnen und ihren Lernfortschritten. Die Einkommenshöhe und die Karrierechancen ebenso wie die Work-Life-Balance werden dagegen als wenig zufrieden stellend erlebt.

In Deutschland wird die Situation von TrainerInnen in der Basisbildung im Kontext des Präkariats diskutiert und mit der Forderung nach einer Verberuflichung (im Sinne tätigkeitsgerechte Arbeitsverträge) verbunden (vgl. Drecoll 2009, „Professionell alphabetisieren“).

In Österreich liefert die Studie „BasisbildungstrainerInnen im Blickpunkt“ (Stoppacher/Paierl 2009) aktuelle Erkenntisse (Erhebung mit 44 BasisbildungstrainerInnen in den österreichischen Bundesländern).

Die Mehrheit der Befragten (56%) geht aktuell neben der Tätigkeit als BasisbildungstrainerIn einer weiteren beruflichen Tätigkeit nach. Arbeitsrechtlich arbeitet knapp die Hälfte (46%) der TrainerInnen auf Honorarbasis (freies Dienstverhältnis), die übrigen sind Vollzeit, teilzeit oder befristet angestellt. Bei den Honorarkräften haben zwei Drittel einen anderen Hauptberuf

Das Motiv für die Tätigkeit als BasisbildungstrainerIn ist häufig „Zufall“: „Basisbildungs­trainerIn“ hat sich als Berufsbild für eine bewusste Berufsentscheidung noch nicht ausreichend etabliert. Dennoch sind die TrainerInnen häufig so weit mit der Tätigkeit identifiziert, dass sie diese auch als „Lebensaufgabe“ betrachten. Als wichtige Motive für die Arbeit werden intrinsische bzw. altruistische Faktoren genannt, z.B. Interesse für die Zielgruppe oder deren Unterstützungsbedarf.

Auch in dieser Studie erweist sich trotz der tendenziell geringen Entlohnung die Arbeitszufriedenheit als sehr hoch. Als motivierend wird besonders die Zufriedenheit mit der Tätigkeit selbst, das gute Arbeitsklima und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit genannt. Die Möglichkeit der selbstständigen Arbeitsausübung, die Unterstützungsstrukturen und Vorgaben seitens der TrägerInnen sorgen überwiegend für Zufriedenheit. Unzufriedenheit besteht dagegen mit den Karrieremöglichkeiten, der Arbeitsplatzsicherheit sowie der Entlohnung und der Art des Dienstverhältnisses.

Befragung von Alphabetisierungs-TrainerInnen für MigrantInnen (Frauenservice Graz)

Im Rahmen des Projekts MIKA wurden im Jahr 2009 vom Frauenservice Graz Fragebögen an alle TeilnehmerInnen der Wiener Ausbildung "Alphabetisierung und Deutsch mit MigrantInnen" der Jahrgänge von 2002 bis 2008 verschickt. Antworten liegen von 24 Personen (gestreut über alle Jahrgänge) vor.
20 von diesen 24 Personen waren oder sind bei unterschiedlichen ArbeitgeberInnen als Alphabetisierungs-TrainerInnen beschäftigt, davon 18 speziell mit MigrantInnen.

Eine überwiegend hohe Zufriedenheit mit dem Lehrgang und die intensive Anwendung der im Lehrgang gelernten Methoden kennzeichnen das rückblickende Urteil der AbsolventInnen. Rund 30% der Antwortenden gaben auch an, dass der Ausbildungslehrgang eine Auswirkung auf ihre Position in der eigenen Institution hatte – nämlich verbesserte Jobchancen, ein erweitertes Tätigkeitsfeld oder zusätzliche Projekte in der eigenen Einrichtung.

Zur Zeit der Befragung waren die Antwortenden rund zur Hälfte in Anstellungsverhältnissen tätig, die andere Hälfte in Form selbstständiger Tätigkeit, freier Dienstverträge (oder im Ausnahmefall ehrenamtlich). Die eigene Einkommenssituation wird von den TrainerInnen in dieser Erhebung als mittel bis tendenziell ungünstig empfunden.

Eine optimale Arbeitsqualität in Basisbildungskursen verlangt zweifellos eine Professionalisierung der Tätigkeit (im Sinne einer verbesserten und verpflichtenden Spezialausbildung) zusammen mit einer entsprechenden Verberuflichung (im Sinne eines Berufbildes, einer Interessensvertretung und gesicherter Honorare).


Zum Weltalphabetisierungstag am 8. Sept. 2010:
Beiträge auf erwachsenenbildung.at und volksgruppen.orf.at 

Dossier zur Situation von AnbieterInnen und TrainerInnen in der Alphabetisierung mit MigrantInnen